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Johann König im Interview

Johann König im Interview mit Rüdiger Bendel

cover kindersindwaswunderbaresSo mancher Comedian hat sich schon versucht: “Baby” von Michael Mittermaier, Atze Schröder mit “Mutterschutz” und nun auch Johann König mit “Kinder sind was Wunderbares”.

Fazit: “Ich habe das Buch gelesen und als mehrfacher Familienvater habe ich mich sooooo sehr im Buch und den Erlebnissen, die Johann König macht wiedergefunden.

Vor allem die Art “wie” er es beschreibt und seine Anekdötchen kommentiert reisst zu Lachattacken hin. Zudem bekomt man einen “wunderbaren” Einblick in das Privatleben der Könige. Sofern man mehrere Tage für das Lesen aufbringt, so liegt es einzig und alleine daran, weil man seinem Zwerchfall auch hin und wieder eine Ruhepause gönnen darf,- nein : MUSS !!

Nach erfolgter Rezension stand mir dann Johann König privat noch für ein frech-frivoles, na sage wir mal, sehr aussergewöhnliches Interview zur Seite. Hier nun für Euch exklusiv das Interview”:

RB: „Herr König. Ich habe so viele Fragen, also ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Also fange ich mal an (wie Sie sagen würden: „Ist ja auch schon nach Mittag, da kann mal man aufstehen,- wenn man will“). Bzw. SIE fangen ja an. Mit dem 10. Februar. Sagen Sie mal, mit welcher Aberwitzigkeit sind Sie denn auf den Gedanken gekommen, Ihr Buch mit MEINEM Geburtstag anzufangen?“

JK: Oh, das tut mir leid. Das war keine Absicht. Oder vielleicht doch? Dann haben sie also am selben Tag wie Hein-Mück Geburtstag. Glückwunsch! Kommen Sie doch das nächste Mal vorbei. Und übernehmen meine Aufgabe. Ich komme dann später wieder. Wenn alles aufgeräumt ist!

RB: „Was hat eigentlich mehr Spaß gemacht: Das Kinder zeugen, oder das Buch schreiben?“ (ich höre sie schon mit „Aaaaach…“ antworten …)

JK: Ach ja. Das Buch zu schreiben war eher kein Spaß. Sondern Arbeit. Therapie-Arbeit. Ablenkung. Beschäftigung. Verarbeitung. Es ging beim Schreiben hauptsächlich darum, die abendliche Verarbeitung des Tages nicht allein dem Alkohol zu überlassen.

RB: „Über welchen Zeitraum ist das Buch entstanden? Haben Sie Tagebuch seit der Geburt von Hein Mück geführt?“

JK: Als das jüngste Kind abgestillt war und anschließend seine angeborene Immobilität verlor, begann für mich eine sehr schöne Zeit. Das Kind war nicht mehr so auf die Mutter fixiert, es begann, seinen Körper selbständig in Richtungen zu transportieren, die spannend, aber sinnlos waren. Dann fiel der Mutter ein, sie muss duschen. Ich war mit den dreien im Alter von 1, 3 und 5 teilweise minutenlang alleine. Das ist jetzt zwei Jahre her. Damals gab es für mich gar keine andere Möglichkeit, wenn ich kreativ sein wollte, diese Dinge zu nutzen, aufzuschreiben, auszunutzen. Weil sie jeden anderen Gedanken überlagerten. Ein Jahr lang habe ich dann daran rumgeschrieben.

RB: „Ist Ihr Buch sozusagen der Gipfel der Ergüsse (also der geistigen meine ich !!) bezogen auf „Gestammelte Werke“ und „10 Jahre Remmi Demmi“?

JK: Das Buch ist das Ergebnis aller Ergüsse. Als nächstes möchte ich aber nichts mehr über das Familienleben schreiben, sondern einen normal-irren Roman.

RB: „Sie haben ja das große Glück Touren zu dürfen, während Ihre Göttergattin zu Hause Hecto Pascal mit den Resten der Geburtstagsparty von Hein Mück beglückt, Windeln klaut oder andere wertvolle Tagesverrichtungen erledigt. Was für ein Glück ist es für Sie, dann wieder in die Arme der Liebsten zurückzukehren?“

JK: Das ist wirklich ein großes Glück. Ohne sie und ihr mit Fürsorge gepaartes Management ginge das alles so nicht. Und ich bin immer wieder froh, wenn ich wegfahre für 4 Tage, und glücklich, wenn ich dann wiederkomme.

RB: „Ich habe bei den oralen Ergüssen, dem wegwischen der Lava aus Ihrem wundervollen Antlitz und den Kindergarten-Erlebnissen mehr als einmal gelacht. Zurecht?“

JK: Lachen ist immer zurecht. Wenn sie das lustig finden, dürfen sie gerne lachen. Ich habe nur aufgeschrieben, was passiert ist.

RB: „Irgendwie halten Sie uns Eltern ja den Spiegel vor und schaffen es auf gekonnt humorige Art und Weise, dass wir mal für Stunden vergessen, wie anstrengend es ist Eltern zu sein. Hat Ihr Buch darüber hinaus Ansprüche? Und jetzt bitte nicht nur einfach mit „Nö!“ antworten!

JK: Das Buch soll eine Ermutigung für alle sein, Kinder in die Welt zu setzen. Mit Kindern wird das Leben lustiger. Lauter. Voller. Kinder sind keine Monster. Kinder sind am Ende auch nur Menschen. Das muss man sich nur immer wieder sagen.

RB: „Mal ganz ehrlich: Welche hochwertigen erzieherischen Ratgeber haben Sie sich so einverleibt, als Sie wussten Sie werden Vater,- natürlich außer den Grimmepreisverdächtigen „Baby“ von Michael Mittermaier und „Mutterschutz“ von Atze Schröder…

JK: Höre ich da leichten Spott in der Frage? Ich habe gar nichts gelesen. Ich lese nicht so gern. Ich schaue lieber zu. Z.B. Meiner Frau bei der Erziehung. Das finde ich viel aufschlussreicher. Und danach versuche ich, ihre Fehler nicht zu machen. Ganz einfach. Ob sie mich allerdings als Zuschauer duldet ist eine andere Frage.

RB: „Im Gegensatz zu Ihnen habe ich bereits sechs zarte Pflanzen in die Welt gehoben im Alter von 3,6,9,10,20 und 22. Jawoll!

Erstens: Wie viele gedenken Sie denn noch so rauszuhauen?

Zweitens: Waren Sie auch bei den Geburten dabei,- oder sicherheitshalber auf Tournee,- oder aber, wenn nicht und das sei hier nur prophylaktisch angenommen…äh…was wollt ich fragen…achso: ja wenn Sie dabei waren: war es schön, spannend oder wie war das für Sie?

JK: Natürlich war ich bei den Geburten dabei! Habe bereits während meiner Ausbildung ein paar gesehen. „Bei der Geburt dabei zu sein ist so, als würdest du vor Deiner Lieblingskneipe stehen, dabei zuschauen, wie sie abbrennt“, soll Robbie Williams mal gesagt haben, aber so sehe ich das nicht. Das wichtigste ist: immer hinter der Gebärenden bleiben.

RB: „Ist dieses Buch der Auftakt zu weiteren Folgebänden? Immerhin werden Ihnen die einzigartigen Sprösslinge ja noch etwas erhalten bleiben, bei der guten Pflege von Ihnen und Ihrer Frau…

JK: Nein. Keine Folgebände. Das sollen andere machen. Sie zum Beispiel.

RB: „Geschichten, die das Leben schreibt heißt es ja so schön…wie empfinden Sie die Geschichten, die Ihr Familien-Leben die letzten 8 Jahre so schreibt?“

JK: Ich weiß heute wirklich nicht mehr, wie ich vor 10 Jahren die Tage umgebracht habe. Als fahrender Gaukler, der sich zu Hause von der Tour erholen konnte. Heute muss ich mich auf der Tour von zu Hause erholen. So ändern sich die Zeiten. Erst wenn die Kinder aus dem Haus sind, wird es wieder still werden. Das wird unerträglich. Unerträglich schön.

RB: „Ich mag an dieser Stelle herzlichen Dank sagen. Sie haben sich den teilweise recht frechen Fragen gewohnt meisterlich gestellt und uns einige wertvolle Einblicke beschert, gemäß dem Motto: „Johann fragen –danke sagen“ oute ich mich mal als ein ganz großer „König Fan“.

INFOS: 

JOHANN KÖNIG

Johann König, geboren 1972 in Soest, ist der Poet unter den Komikern. Neben seinen Live-Auftritten ist er regelmäßig in TV-Sendungen zu Gast. Auch kennt man ihn als langjährigen Nachbarn der TV-WG “Zimmer frei”. König wurde bereits mehrfach ausgezeichnet mit u.a. dem Deutschen Comedypreis, Bayerischen Kabarettpreis und dem Publikumspreis “Die Wühlmäuse”. Mit Kinder sind was Wunderbares – das muss man sich nur immer wieder sagenerscheint nun sein drittes Buch.

10,99 €

inkl. MwSt.

BASTEI LÜBBE
TASCHENBUCH
HUMOR
368 SEITEN
ISBN: 978-3-404-60872-0
ERSTERSCHEINUNG: 11.03.2016
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One Comment

  1. MackeMacko says:

    sehr geiles interview!

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