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” Der Tag, an dem Paul wieder bunt wurde “

” Der Tag, an dem Paul wieder bunt wurde “

 ist ein außergewöhnliches Buch aus dem Patmos Verlag, das man so nicht alle Tage findet.

20160613_164744Marlene Fritsch und Volker Konrad haben eine lehrreiche Geschichte konstruiert, die ich persönlich anrührend finde, da sie genau das spiegelt, was wir alle jeden Tag erleben können.

Zur Geschichte:  (hier geht es zur Leseprobe)

Paul und seine Oma philosophieren zunächst belanglos beim Betrachten von Fotos aus alten Zeiten über “schwarz” und “weiß”,- über “gut und böse”. Bei einem Stadtbummel begegnen die beiden dann willkürlich Menschen, die sich sehr vorurteilsbehaftet und negativ über farbige Mitmenschen unterhalten: Da sind die Ausländer , gegen die man “eigentlich nichts hat”, aber “die wie die Raben klauen”, “dem Staat auf der Tasche liegen” und vornehmlich “Frauen überfallen”. Oder der gute Nachbar Herr Förster weiß: “Der Typ mit dem Fusselbart und Handy ist ein Terrorist,- bei denen weiß man nie, was die als nächstes vorhaben!” usw. 20160613_164805

Dabei verändern sich die Menschen, die diese Behauptungen in den Raum werfen sekündlich: Ihnen entweicht die Farbe und sie werden mit jeder Aussage blass und blasser. Sie werden sprichwörtlich so schwarz-weiss, wie Ihre Behauptungen.

Paul ist sich sicher und weiß: “Sowas kann mir nie passieren!” Nein! Solche gemeinen Aussagen sind für Paul tabu,- sieht er doch jetzt leibhaftig, wie naive Fremdenfeindlichkeit die Menschen verändert. Gesagt getan. Oder? Da kommt Leonie vom Fussball und schwärmt vom Spiel und schwelgt sich in Glückseligkeit, wie gut sie gespielt hat. DAS kann Paul als Kerl, als Mann, als Junge, als “richtiger” Fussballer doch nicht auf sich sitzen lassen! Und schwupps entfährt ihm “Mädchen können garnicht richtig Fussball spielen. Richtiger Sport ist nur was Jungs machen. Bei Mädchen ist das doch nur rumgekicke…” usw. Und was glaubt Ihr? Richtig ! Paul entweicht ebenfalls die Farbe und er erschrickt fürchterlich.

Wieder zu Hause sitzt er mit Oma am Tisch und die beiden analysieren, was da heute alles so passiert ist. Wie so oft, entspringen fremdenfeindliche Aussagen udn degradierungen aus ANGST. Angst 20160613_164850die herrührt aus Unwissenheit einhergehend mit Unsicherheit. Sich plötzlich klein fühlen, wenn andere etwas können, was man selber nicht kann. Aus Glauben müssen, weil nicht wissen. Und so vielem mehr. Als Paul das versteht, kehrt langsam seine Farbe zurück. Er ist erleichtert. Doch damit nicht genug: 20160613_164900Denn er fragt sich, wie können wir so etwas nachhaltig verändern, – was kann ICH selbst tun, damit MIR so etwas nicht wieder passiert….?! Und dann kommt die Lösung von ganz alleine, die wir an dieser Stelle allerdings nicht verraten.

Fazit: 30 Seiten mit gelungenen Zeichnungen bilden den geeigneten Rahmen für eine inhaltlich anspruchsvolle Auseinandersetzung mit dem Thema “Vorurteil”. Lebensnah geschildert und mit dem Clou des “Farbverlustes” gepaart, versteht sofort jedes Kind, dass Negativismus und ungerechtfertigte Verallgemeinerungen und Anfeindungen mit “Schwarz-Weiss” denken zu tun haben. Paul als Stellvertreter für alle Kinder zeigt, dass wir alle betroffen sind, es jedem passieren kann und man dann im gleichen Atemzug die Gedanken verändern kann, dass ein Gefühl der Angst, das auf fehlenden Erfahrungen und auf Glaubenssätzen fehlgeleiteter Menschen basiert, da ist, angenommen werden kann und dann abgeändert wird. Absolut lehrreich und innovativ ist Fritsch und Konrad ein Bilderbuch gelungen, dass anschaulich Vorurteile & Schwarz-Weiss-Denken aushebelt und das Auseinandersetzen mit fremden und eigenen Meinungen fördert. 5 sterne

VOTING : 5 von 5 Sternen

Bestelldaten: Preis: 12,99 €

1. Auflage 2016
Format 22 x 24 cm
30 Seiten
durchgehend vierfarbig
Hardcover
ISBN: 978-3-8436-0829-9
Tags: , , ,

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